Mit Menschenliebe durch den Dschungel

Mit Menschenliebe durch den Dschungel

MIT “MENSCHENLIEBE” DURCH DEN DSCHUNGEL

Zwei Frauen begleiten junge Menschen bei der Berufs- und Persönlichkeitsfindung

Mit zunehmendem Alter wachsen die Freiheiten. Man darf abends länger weg oder sogar ein Auto steuern. Mit den neuen  Selbstständigkeiten erwächst allerdings auch Verantwortung und die bringt bekanntlich Unsicherheiten mit sich. Diese von Eltern oft bemühte Binsenweisheit hat wohl noch immer Gültigkeit. Junge Menschen bei den oftmals schwierigen Fragen von Schule, Beruf oder persönlicher Weiterentwicklung zu unterstützen, haben sich zwei Frauen mit ihrem Unternehmen „menschenliebe.“ zum Ziel gemacht. Mitbegrün- Mitbegründerin Hannah Marie Schmid derin begleitet die jüngere Generation durch den dichten Dschungel und nimmt auch die Kleinen schon in den Fokus.

Früher war der Lebensweg nicht selten vorgezeichnet. Ein Sohn übernimmt logischer- logischerweise den Familienbetrieb weise oder schlägt schlicht denselben beruflichen Weg wie der Vater ein.

Töchter sollten häufi g heiraten und es bei der Rolle der Mutter und Hausfrau belassen. Heute, im 21. Jahrhundert, haben sich nicht nur die Rollenbilder gewandelt. Auch die berufl ichen Optionen sind zahlreicher und vielfältiger. Viele Möglichkeiten bedeutet allerdings für viele Jugendliche auch mehr Konfusion. Was kann ich? Was will ich? Was, wenn ich die falsche Ausbildung oder das falsche Studium
ausgewählt habe? Solche Fragen kennt wohl Jede und Jeder am Ende der eigenen Schulzeit. Gut, wenn es Menschen gibt, die man in solchen Zeiten um Rat fragen kann. Das dachten sich auch Hannah Marie Schmid und Daniela Kolev, als sie 2019 in Kirchheim unter Teck den Entschluss fassten, „menschenliebe.“ ins Leben zu rufen.

Mit Rat und Tat zur Seite stehen – auch bei den Kleinen

„In der Psychologie weiß man, dass viele Möglichkeiten auch verunsichern können und bei einigen am Ende eine Handlungsunfähigkeit befördern“, erklärt Schmid. Schon Kinder seien heutzutage mit Leistungsdruck konfrontiert und je älter ein Schüler wird, umso dringlicher seien die Fragen nach der eigenen Zukunft. „Auch ich hatte nach dem Abi noch keinen einhundertprozentigen Plan“, sagt die 24-jährige, die sich damals für Psychologie entschied. „Das Fach Psychologie hat meine Interessen und die berufl ichen Optionen am besten miteinander verbunden“, erinnert sie sich an ihren Übergang von Schule ins Studium. Heute bestehen durch die verkürzte Gymnasialzeit
mit G8, Auslandsaufenthalten oder FSJ eine ganze Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten. Oftmals sehen junge Menschen und ihre Eltern aber eine entscheidende Wegkreuzung vor sich stehen, die sie vor große Fragen stellt. Einen Beruf zu fi nden, der Begeisterung auslöst,
der den eigenen Kompetenzen entspricht und finanziell lohnenswert ist – keine leichte Aufgabe. Die Glücksforschung sagt, wenn die Profession einen Mehrwert schaff en und Sinn stiften kann, hat man die richtige Wahl getroff en. Manchmal gelangt man erst nach einigen Jahren Tätigkeit an diesen Punkt.

Nachdem Schmid zunächst bei einer großen deutschen Airline arbeitete, entschloss sie sich den Blick weg vom Kranich zu Kindern und Jugendlichen zu legen. Zusammen mit Daniela Kolev, die bereits seit vielen Jahren erfolgreich als Coach und Beraterin tätig ist, arbeiten die Beiden an ihren ersten Programmen, um die Studien- und Berufsfindung von jungen Erwachsenen zu unterstützen. Schon bei der ersten Idee zu „menschenliebe.“ war geplant, jungen Erwachsenen über Online-Kurse bei dem Thema „berufl iche Zukunft“ zur Seite zu stehen, sie zu beraten, ihnen Wissen zu vermitteln und die Selbstfindung voranzutreiben. Nun schwebt das Corona-Virus derzeit auch über dem Projekt „menschenliebe.“. Wegen der Infektionsgefahr werden sie sich vorerst auf ein digitales Angebot beschränken. „Im Online-Programm sprechen wir mit den Schülern dann zum Beispiel über ihre Stärken, ihr Wünsche und Sorgen, erarbeiten Lösungen, wie sie ihre Vorhaben verwirklichen können – alles mit dem Ziel, die Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben und junge Erwachsene dazu anzuleiten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Dabei gehen viele Schüler auf eine sehr persönliche „Entdeckungsreise“. Wenn klarer sei, welche Persönlichkeit, welche Ressourcen und Hindernisse vorhanden seien, gehe es an die gemeinsame Umsetzung.

Obwohl sich die Angebote zumeist an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, spielen auch Kinder schon eine Rolle bei „menschenliebe.“. „Die Wissenschaft weiß, dass der Grundstein für die Persönlichkeitsentwicklung und die spätere Lebensqualität früh gelegt wird. „Daher setzen wir gerne schon bei Kindergarten- und Schulkindern an“, so Schmid und fügt an: „Die  Entwicklungsmöglichkeiten bei den Kleinen sind größer, es bestehen keine Verpflichtungen, weniger Erwartungen und Kinder haben einen Entdeckergeist, der sie off en und lernfähig macht.“ Werte sich und anderen Menschen gegenüber könnten hier noch besonders gut vermittelt werden. Nicht umsonst sage man, Kinder sind besser „formbar“ als Erwachsene. Die Vision von „menschenliebe.“ integriert daher auch die Jüngsten schon in den Förderansatz. Sobald es die aktuelle Situation zulasse, Kindergärten und Schulen wieder geöff net sind, wollen Schmid und Kolev zu Impulsvorträgen vor Ort in den direkten Austausch mit den Zielgruppen gehen. Dann kommen sie ihrem Vorhaben, die Persönlichkeit von jungen Menschen zu stärken und sie darin zu unterstützen, ihr Wunschleben zu gestalten ein ganzes Stück näher.