Soll ich es mir stechen lassen, oder lass’ ich’s lieber sein

Soll ich es mir stechen lassen, oder lass’ ich’s lieber sein

SOLL ICH ES MIR STECHEN LASSEN, ODER LASS’ ICH’S LIEBER SEIN?

ENTSETZEN, GLEICHGÜLTIGKEIT ODER BEGEISTERUNG – WIE REAGIEREN PERSONALER AUF TATTOOS?

Wir haben stichprobenartig bei den Unternehmen und Einrichtungen nachgefragt, die zumindest in der Vergangenheit den Körperschmuck ablehnten, und wollten wissen: Darf ich mir als Azubi ein Tattoo stechen lassen, oder sollte ich besser darauf verzichten

 

Die Polizei

Das ist erlaubt: Dezente und inhaltlich nicht zu beanstandende Tätowierungen im Bereich der Ober- und Unterarme und an den Händen dürfen bei der Polizei Baden-Württemberg im Dienst sichtbar getragen werden.

Das ist verboten: Aber Vorsicht – an den sonstigen Körperstellen dürfen im Dienst, ausgenommen beim Dienstsport, jegliche Tätowierungen nicht sichtbar sein. Sie müssen vollständig abgedeckt werden, sei es mit Dienstkleidung, Zivilkleidung oder auf andere Weise. Selbst dezente Tätowierungen wie beispielsweise kunstvoll geschriebene poetische Sprüche gilt es zu verstecken. Bei den Motiven gibt es einiges zu beachten. Die Körperbemalung darf nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen und auch keine diskriminierenden, Gewalt verherrlichenden, sexistischen oder sonstige gesetzlich verbotenen Motive enthalten. Außerdem sollten die Menschen den Polizeianwärtern vertrauen können – Tabu sind also auch Tattoos, die den gegensätzlichen Eindruck erwecken. Hält sich ein Bewerber nicht an diese Richtlinien, wird er beim Einstellungsverfahren abgelehnt.

 

Die Akademie im Klinikverbund Südwest

Das ist erlaubt: Es gibt keine Vorschriften oder Einschränkungen für Auszubildende mit Tattoos. Nur die Hygiene-Vorschriften müssen eingehalten werden – wie bei dem ausgebildeten Personal auch.

 

Die Bundeswehr

Das ist erlaubt: Sichtbare Tattoos müssen während des Dienstes in Liegenschaften, beispielsweise in Kasernen, auf Schiffen und Booten oder an Bord von Luftfahrzeugen der Bundeswehr, nicht abgedeckt werden. Anders ist es bei der Teilnahme an Veranstaltungen mit Außenwirkung oder öffentlichem Charakter. Dazu gehören beispielsweise Gelöbnisse, Tage der offenen Tür oder Truppenbesuche – da gilt Abdeckungspflicht.

Das ist verboten: Tattoos dürfen die Würde der Menschen nicht verletzen. Außerdem sind Motive, die diskriminieren oder pornografi sche Inhalte zeigen, ein absolutes No-Go. Wie auch bei der Polizei sind sie verboten, wenn sie nicht den Werten und Normen des Grundgesetzes entsprechen.

 

Das Landratsamt Böblingen

Das ist erlaubt: Es gibt keine Vorschriften oder Einschränkungen für Auszubildende mit Tattoos. Das ist beim Landratsamt kein Bewerbungs- beziehungsweise Auswahlkriterium.

 

Die Kreissparkasse

Das ist verboten: Grundsätzlich sind Tattoos bei der Sparkasse nicht erwünscht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse müssen ihr Unternehmen repräsentieren, schreibt Elvira Krebs von der Kreissparkasse in Böblingen. Sie vermitteln gegenüber den Kunden durch ihr Auftreten und äußeres Erscheinungsbild, Seriosität, Sicherheit und Vertrauen, heißt es weiter. Tattoos sind deswegen tabu.

Foto: Adobe Stock: Alex, Drobot Dean – Autor: Isabelle Zeiher